Es war also sehr anstrengend, aber alle waren total süß. Deren Englisch war super. Für Kinder hab ich sie echt gut verstanden ;) Und ständig waren sie „scared“. Vor jedem Karussell, egal wie gefährlich kam dieses Wort und genau so oft danach. Nach etlichen Achterbahn, Wasserbahn und ähnlichen Fahrgeschäften war ich froh auf Mittag verzichtet zu haben (war nicht wirklich schwer bei der Hitze, ich hab dafür schön Farbe bekommen!). Aber besonders beeindruckend fand ich die Selbständigkeit, die alle samt an den Tag legten. Die Mama hatte allen Kindern ihre Handynummer auf den Arm geschrieben, falls wir jemanden verlieren, was wohl öfter mal vorkommt... Das war für die voll normal!
Zum Schluss ging es zum Rafting. Ich hatte es schon vom Riesenrad erspäht, auf dem mich die Kids ziemlich durchgedreht haben, und dachte mir, ach das ist immer ganz entspannt, nach dem hoch und runter wäre das doch mal sehr erfrischend. Erfrischend? Ja, das war es tatsächlich. Ich hatte nicht damit gerechnet dort ein Bad zu nehmen. Aber so war es. Ich war von Kopf bis Fuß einmal komplett durchgeweicht. Ich habe eindeutig auf der falschen Seite des Floßes gesessen! Der Witz an dem Ding scheint zu sein, dass es eine Art russisch Roulette ist, ob man ein wenig nass, sehr nass oder komplett durchgeweicht dort wieder aussteigt… Zu meinem Pech war dies eines der letzten Fahrgeschäfte die wir besucht hatten und die Sonne verabschiedete sich langsam. Nix mit schnell trocknen (was nach der Wasserbahn, die mich nicht ansatzweise ähnlich doll getroffen hatte, gar kein Problem war!). Meine letzte Hoffnung war ein Fön und was ist da besser geeignet, als ne Achterbahn? Eine Achterbahn, die rückwärtsfährt. Das war cool. Man wurde rückwärts hoch gezogen, dann fiel man runter und am Ende, ab durch den Looping, ging es wieder bergauf und von dort die Strecke rückwärts zurück. Das war der Hit!
Noch besser fand ich allerdings die Hamsterballs. Das sind luftgefüllte Kunststoffkugeln, in die man sich hinein begibt und dann auf dem Wasser läuft, wie ein Hamster im Laufrad :) Nein, ich hab die nicht ausprobiert!
Per Auto ging es dann auf den Heimweg, der etwa 1h dauerte. Die Kids waren zusammen im Bus und Yvonne und ich fuhren bei 2 Vätern mit. Der Mann von Yvonnes Betreuerin ist auch Deutscher und ich war vor der Fahrt froh, bei ihm fahren zu dürfen, nachdem letzte Woche die fahrt vom Flughafen doch ziemlich rasant war. Aber wie so oft hab ich mich getäuscht. Die Fahrt war min. genau so riskant! Yvonne fragte nach einer viertel Stunde ganz zaghaft, ob man hier einen Führerschein brauche :D Es ist es heftig. Hier braucht man mehr Mut als Können! Die machen locker aus 2 mal schnell 4 Spuren. Ob da auf der Gegenspur was kommt ist egal… Aber einen Unfall haben wir zum Glück noch nicht gesehen!
Als wir dann zurück waren und es noch grad so in die Cafeteria geschafft hatten wollten wir auf unser Zimmer und standen mitten im Hof auf einmal im Dunkeln. Stromausfall! Schon das 2. Mal seit wir hier sind. Ich muss gestehen, ich hatte mich schon drauf eingestellt, schließlich haben wir extra Taschen- und Kopflampen dabei! Aber geht doch immer ziemlich schnell, bis alles läuft…
Tja, also unser Wochenende war demnach doch ziemlich aufregend. Nun ist schon wieder Montag und wir waren ziemlich gespannt, was heute auf Arbeit auf uns zu kommt. Ich war echt neugierig, ob meine Samen abholbereit sind (bzw. sollten sie das Freitag schon sein). Ich also frohen Mutes ins Labor und zur Abwechslung kam meine Betreuerin gleich freundlich aus ihrem Büro auf mich zu. „Na, hast du deine Samen Freitag bekommen?“ Ich? Wieso? Ich war doch Freitag gar nicht hier! „Ach ja :)“ Gehen wir mal „Fe“ fragen. Wir also zu ihr hin und sie guckt uns ganz ängstlich an und meint natürlich NEIN. Sie kümmert sich gleich drum… Tja, was also nun. Ich wurde gefragt, ob es OK sei, wenn ich erst mal bei ein paar anderen Leuten mit machen, da wäre dann einiges dabei, was ich selbst auch mit meinen Proben machen kann. Na klar, besser als gelangweilt rum sitzen :)
Den ganzen Vormittag hörte ich nix von Fe. Mittags hatte ich dann ausgemacht, dass ich auch am Nachmittag weiter helfen werde und hab mich erstmal mit Yvonne in der Cafeteria getroffen. Zum Mittag gab es Reis mit Gemüseauflauf (Möhren, Blumenkohl, Mais, Zuckerschoten,…) War mal ganz lecker. Yvonne war total depriemiert, da bei ihr auch nix voran geht und wir beschlossen uns mal im Coffeeshop umzuschauen und vielleicht nen Kaffee zu holen! Wir hatten bisher hier nämlich noch nicht einen. Morgens wäre das schon mal ganz toll! Aber in der CAFETERIA hab ich noch keinen Kaffee entdeckt. Auf jeden Fall hat es sich gelohnt, der Cappuccino war super! Yvonne hatte einen frisch gemachten Mangoshake…
Zurück auf Arbeit war ich dann in einer anderen Abteilung helfen. „“Leah“ war total nett. Endlich mal jemand, der Lust hatte sich zu unterhalten. Fast schon zu viel des Guten ;)
Sie hat mir jeden vorgestellt, der rein kam. Leider ist es ganz schön schwer sich die Namen zu merken und richtig zu sprechen, wenn man sie nur gesagt bekommt. Aber das geht ihnen mit Uli auch so. Ulrike bekommt hier gar keiner hin. Hab ich schon aufgegeben. Uli klappt einigermaßen! Ich hab es dagegen mit Namen wie Jammy und Rouchi zu tun. Leicht sind dagegen Boy (ein für seine Verhältnisse großer, ziemlich stämmiger Mann) und Denniz. Ob man das alles so schreibt weiß ich nicht ;)
Lustig war auch, dass die heute alle wissen wollten, wie alt ich bin. Das war die zweite Frage, nach dem geklärt war, dass ich aus Deutschland bin. Wie immer haben sie mich alle deutlich jünger geschätzt (18-22). Aber das ist ja nix neues. Und „oh you are married!“ war auch sehr häufig. Hieran schloss sich sofort die Frage an ob ich ein Baby hätte und ein enttäuschtes Gesicht als ich nein sagte! “Warum nicht?“
Naja, hier zurück, eine Stunde vor Yvonne musste ich mich erstmal mit administrativen Dingen herum schlagen und kämpfte damit eine Internetverbindung zu bekommen. Das gelingt mir leider ziemlich oft nicht… Aber es klappt zum Glück oft genug.
Bin dann irgendwann mit der immer noch deprimierten Yvonne essen gegangen. Hab mich zur Abwechslung mal an was außergewöhnliches getraut und Curry-Egg mit Reis und Chilischoten, gefüllt mit Käse und in Teigmantel, gegessen. War echt nicht schlecht.
Nach einem Spaziergang und Ausflug auf ein paar Schaukeln, von denen wir weg gejagt wurden, weil dir leider nur für Kinder gedacht sind, kam ich wieder auf mein Zimmer und freute mich auf eine Dusche. Ich ging ins Bad um mir mein Handtuch zu schnappen und als ich das Licht anmachte huschte links an der Wand auf einmal etwas ziemlich schnell weg. Man bin ich gehüpft. Tja, was soll ich sagen, ich hatte Besuch von einer kleinen Echse. Super! Ich halb nackt in meinem Zimmer und das Ding im Bad. Hab mir mein Handtuch geschnappt und bin zu Yvonne rüber. Zum Glück wohnt auf unserer Etage fast niemand… Zu zweit haben wir versucht sie in einer Papiertüte zu fangen, um sie heraus zubringen und fragten uns derweil, wie die rein gekommen war. Nein, ich habe diesmal nix süßes rumstehen lassen!
Die Echse total gestresst rannte wie angestochen einmal quer durchs Bad. Und fand auf einmal den Weg zum Fenster. Hier ist zu erwähnen, dass dieses ein Fenster ist, an dem ihnen zusätzlich ein Gitter befestigt ist. Über das Gitter hab ich mich schon am anfang gefreut, denn es hat eine kleine Klappe, die nicht mehr zu verschließen geht. Aber ich dacht, wenn ich das Fenster einfach zu lasse ist das ja egal. Tja, das funktioniert so weit, wie das Fenster auch zu ist! Das war es nämlich nicht, wie wir feststellten, als die Echse sich durch einen Minispalt ins Freie schlängelte. Ja, sie hat es allein geschafft, zum Glück. Das Fenster war nur angelehnt und ist nun gut verschlossen. Yvonne hat sich die ganze Zeit kringlig gelacht, was ich mir hier immer für Besuch herhole und ich kam mir ziemlich doof vor :) Sie ist gespannt, was mich als nächstes erwartet und ich musste an Sven denken, der nach meinem Ameisenangriff, bei dem ich solch einen Besuch schon prognostiziert habe, spontan an einen indischen Elefanten in meinem Zimmer dachte…
In diesem Sinne, drückt mir die Daumen, dass dem nicht so ist :D
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